Das Wetter ist schön und irgendwie ist uns heute nach einem Stadtbummel. Also überzeugen wir die Kinder Leopold (6 Jahre) und Paula (3 Jahre), die natürlich erstmal nicht begeistert sind und lieber auf den Spielplatz oder in den Wald gehen würden, heute Freudenstadt zu erkunden. Wir „locken“ mit Eis und einer Fahrt mit dem Freudenstädter Bähnle und so freuen sich alle auf einen tollen Urlaubstag.

Wir haben Glück und sind gerade rechtzeitig zur Stadtführung da.

... in Freudenstadt ist der größte umbaute Marktplatz in Deutschland. Er misst 219 x 216 Meter, erbaut wurde er 1599 nach den Bauplänen von Baumeister Heinrich Schickhardt. Der Grundriss wurde dem Mühlebrettspiel nachempfunden. Der Marktplatz wird von Straßen durchkreuzt und ist somit in drei Teile gegliedert. Sie werden als Oberer Marktplatz, Unterer Marktplatz und Postplatz bezeichnet. Auf dem Oberen Marktplatz finden die unterschiedlichsten Märkte statt. Die angrenzenden Gebäude rund um den Marktplatz weisen Arkaden auf. Ursprünglich wurden die Ecken mit Winkelhaken-Gebäuden versehen. Heute gibt es noch zwei davon, die Stadtkirche und den Schickhardtbau in dem die Polizei untergebracht ist ... Natürlich gibt es noch viel mehr zu erzählen, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen.

Die Kinder haben mittlerweile das grün-weiße Bähnle entdeckt und müssen natürlich gleich mitfahren. Die Beiden sind total aus dem Häuschen und wir lehnen uns entspannt zurück und lassen uns durch Freudenstadt chauffieren. Das ältere Ehepaar vor uns ist ganz angetan von der liebevollen Bepflanzung und den wunderschönen Blumen, die unseren Fahrtweg zieren. Wir haben derweil die vielen gemütlichen Cafés im Auge, die sich rund um den Markplatz und den Straßen dahinter befinden. Es ist richtig was los, hier scheint man sich zu treffen!

Bei Eis, Kaffee und köstlichem Kuchen planen wir unseren Tag weiter.

Leopold muss unbedingt auf den Spielplatz. „Da kann man sogar was mit Wasser machen!“ Paula freut sich, dass sie schon allein auf die Rutsche kann und wir haben sogar Zeit, ein wenig in unsere Zeitung zu schauen. Sehr entspannend ...

„Da hinten müssen die Fontänen sein, von denen die Stadtführerin vorhin gesprochen hat!“ sagt Leopold.
Bestimmt 30 Kinder und Jugendliche rennen, hüpfen und springen durch 50 Wasserfontänen, die direkt aus dem Boden spritzen. Die Erwachsenen stehen daneben, laufen barfuss am Rand entlang und erhaschen so ebenfalls eine kleine Abkühlung.

Ich lasse meinen Mann und die Kinder noch ein wenig im Wasser planschen - zum Glück haben wir ein Handtuch dabei - und bummle unter den Arkaden einmal um den Marktplatz. Es gibt viele schöne, kleine Cafés und Läden mit Souvenirs, Kleidung, Schuhen, Schreibwaren und einfach nur nettem Krimskrams. Ich kaufe ein paar Postkarten, damit wir die Daheimgeblieben ein bisschen „neidisch“ machen können ...